# Kein Förderlimit – keine Klimasicherheit

Wir ziehen eine klare Grenze. Solange mehr Öl, Gas und Kohle aus dem Boden geholt werden kann, als es mit einem wissenschaftskompatiblen Pfad vereinbar ist, gefährden wir eine gemeinsame Sicherheitslinie. Das ist vorhersehbar, vermeidbar und ungerecht. Deshalb fordern wir: **Ein verbindliches Förderlimit für fossile Energieträger.**

Wir verzichten bewusst auf feste Zahlen. Maßstab ist die **jeweils aktuellste, konsolidierte Wissenschaft** (z. B. IPCC-Synthesen). Sie definiert den zulässigen Pfad – Politik und Recht müssen ihn sichern.

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## Physikalische Grenzen achten

**Physik ist nicht verhandelbar.** Nur so viel fossile Förderung ist verantwortbar, wie nach wissenschaftlichen Erkenntnissen vertretbar ist. Ein Überschreiten treibt einen Temperatur-Overshoot voran – mit vermeidbaren, massiven und ungleich verteilten Schäden. 

**Moralisch** ist das nicht vertretbar. **Rechtlich** folgt eine Schutzpflicht: Die internationale Gemeinschaft muss die Förderung *mengenmäßig* begrenzen, sodass das globale physikalische Budget nicht durch die Fossilen überschritten werden kann.

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## Grundsätze einer klimagerechten Zukunft

1. **Physikalische Grenzen:** Naturgesetze können nicht ausgehandelt werden.  
2. **Quelle statt Symptom:** Das Förderlimit setzt am Anfang der Kette an; ohne Förderung keine spätere Verbrennung.  
3. **Dynamische Wissenschaft:** Das Förderlimit muss sich an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.  
4. **Gerechtigkeit:** Das Ungerechteste wäre ein Überschreiten physikalischer Kipppunkte. Sozialverträgliche Lösungen für die Energietransformation sind bereits verfügbar. Diese nicht konsequent umzusetzen, wäre sozial fahrlässig.  
5. **Vorsorge:** Bei großen, irreversiblen Risiken gilt: heute sicher begrenzen, statt später versuchen zu reparieren.  

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## Warum das Förderlimit wirkt

Emissionen sind das Ende der Kette, Förderung ihr Anfang. Wer nur am Ende reguliert, lässt den Zufluss offen. **Mengenbasierte Förderlimits** schließen ihn: Wird global nicht mehr gefördert, als die physikalischen Grenzen zulassen, kann das Budget durch keine Einzelverfehlung überschritten werden (*Poka-Yoke-Prinzip*).

- **Administrierbar & überprüfbar:** Lizenzmengen und Produktionsdaten sind mess- und prüfbar; Register- und Fernerkundungsdaten ermöglichen unabhängige Kontrolle.  
- **Rechtsklar:** Jährlich fortgeschriebene Mengenpfade schaffen Planbarkeit.  
- **Sozial fair:** Just-Transition-Programme sichern Beschäftigte und Regionen. Energiewende sichert Energiesicherheit.  

> **Ohne Angebotsdeckel bleibt jede Nachfragepolitik unterminiert.**

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## Warum dieser Ansatz – Vorteile auf einen Blick

1. **Wirksam ab Inkrafttreten:** Ein verbindliches Förderlimit deckelt die Menge fossiler Energieträger an der Quelle. Dadurch wird bereits im Jetzt verhindert, dass das physikalische Budget durch Fossile überschritten werden kann. (Andere Treibhausgase bleiben zu adressieren – doch der größte Hebel ist gesetzt.)  
2. **Weniger Komplexität:** Ein einziges zentrales, mengenbasiertes Instrument ersetzt einen Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen, die womöglich das Problem nur verschieben. Das reduziert Bürokratie und schafft klare Leitplanken.  
3. **Klarheit & Einigung:** Eine einzige gemeinsame Leitentscheidung bündelt Debatten auf das Wesentliche und erleichtert politische Mehrheiten.  
4. **Dringlichkeit wird handlungsrelevant:** Der Angebotsdeckel macht den Pfad knapp und planbar – das erhöht Investitionsdruck in Netze, Speicher, Effizienz und Elektrifizierung und setzt marktwirksame Signale.  
5. **Schließt die Lücke vieler Nachfrage-Politiken:** Solange das Angebot ungebremst bleibt, können Nachfrageverbote/Reformen umgangen oder verdrängt werden. Das Förderlimit verhindert genau diesen Rebound.  
6. **Fokusverschiebung:** Von einem unkonkreten „Wir brauchen (Energie-)Transformation, um das Klimaproblem zu lösen“ hin zu einem persönlichen „Wir brauchen Transformation, um unseren Energiebedarf weiterhin sicherzustellen und so unseren Lebensstandard zu schützen“.  
7. **Echter Klimaschutz:** Maßnahmen, die heutzutage als Klimaschutz gelten, werden richtigerweise zu dem, was sie wirklich sind: Maßnahmen zur persönlichen Energiesicherheit.  
8. **Konkretisierung eines abstrakten Problems:** Das abstrakte Problem „Klimawandel“ wird zu einem konkret lösbaren persönlichen Problem. Die Motivation kehrt sich um: Man tut nicht mehr der Allgemeinheit etwas Gutes, was am Ende nicht unbedingt fruchtet, sofern das globale Budget insgesamt überschritten wird, sondern löst für die eigenen persönlichen Interessen konkrete Energieprobleme – möglicherweise ein *Innovationsbooster*.  
9. **Minimalste Lösung:** Klimaschutzprogramme sind häufig sehr umfangreich und geben detailliert vor, was im Kleinsten zu tun ist, oft begleitet von konkreten Verboten. Ein Förderlimit wäre der minimalste Eingriff, der die maximalste Freiheit gewährt, die Energietransformation nach individuellen (privaten und nationalen) Bedürfnissen auszurichten.  

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## Jahresziele reichen nicht – Budgetschutz zuerst

Jahreszahlen sind Kommunikationsanker, aber sie sagen nichts darüber, ob das **Restbudget vorher schon verbraucht** wird. Entscheidend ist die kumulierte Menge.

- **Kumulative Wirkung:** CO₂ summiert sich. Ein „2030-Ziel“ kann formal erreicht werden und dennoch zu einem **Overshoot** führen, wenn der Pfad vorher zu hoch liegt (Front-Loading).  
- **Falsche Sicherheit:** Jahresziele ohne Budgettest verschleiern Risiken und verschieben Kürzungen nach hinten.  
- **Budgetkompatibilität ex ante:** Jede zusätzliche Tonne Förderung muss **vorab** in die verbleibenden Restmengen passen.  
- **Lösung:** Ein **mengenbasiertes Förderlimit** mit **dynamischer Evidenzklausel**, jährlichem **Budget-Wächtertest** und automatischer **Korrekturmechanik** bei Abweichungen.  
- **Leitprinzip:** Jahreszahlen bleiben **abgeleitet** – führen muss der **Budgetschutz**.  

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## Rechtliche Verpflichtung

**Rechtssatz:**  

> Die internationale Gemeinschaft ist verpflichtet, Leben, Gesundheit und Existenzgrundlagen vor vorhersehbaren, vermeidbaren Klimaschäden zu schützen. Dazu gehört, die fossile Gesamtförderung mengenmäßig so zu begrenzen, dass sie mit dem globalen physikalischen Budget vereinbar ist.

**Verbindliche Umsetzung:**  

- **Genehmigungsrecht:** Neue fossile Förderprojekte nur, wenn sie mit dem wissenschaftsbasierten Förderpfad (WFP) vereinbar sind; Anpassung/Entzug bei Unvereinbarkeit.  
- **Aufsicht & Unternehmen:** Sorgfaltspflichten für Leitungsorgane; keine Geschäftsmodelle gegen den WFP; ehrlicher Umgang mit Scope-3.  
- **Durchsetzung:** Robustes MRV (Monitoring/Reporting/Verification), Quotenmanagement, klare Sanktionen bei Überschreitung.  

Formel: **großes Risiko + verfügbare Alternativen + administrative Umsetzbarkeit ⇒ strenge Schutzpflichten sind verhältnismäßig.**

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## Risiken und Gründe

- **Gesundheit:** Häufigere und intensivere Hitze, Luftqualitätsbelastung, veränderte Krankheitsmuster.  
- **Ernährung & Wasser:** Ertragseinbußen, Dürren/Fluten, Preisschocks.  
- **Infrastruktur & Wirtschaft:** Wachsende Schäden durch Extremereignisse, höhere Versicherungs- und Kapitalkosten.  
- **Ökosysteme & Kipppunkte:** Verlust empfindlicher Systeme (Korallen, Wälder), teils irreversibel im menschlichen Zeithorizont.  
- **Ungleichheit:** Härteste Lasten für junge Generationen, Küsten- und Armutsbevölkerungen; globaler Süden besonders betroffen.  
- **Existentielle Menschenrechtsverletzung:** Ein Überschreiten von Grenzen bedroht die physikalische Existenz vieler Menschen und ganzer Völker.  

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## Was jetzt zu tun ist

**Ein Gesetz. Ein Hebel. Ein Deckel.**

1. **Verbindliches Förderlimit festschreiben**  
   Gesetzliche Obergrenze für die globale Förderung von Öl, Gas und Kohle – *mengenbasiert*, jährlich fallend, kompatibel mit der jeweils aktuellsten, international anerkannten wissenschaftlichen Synthese (dynamische Evidenzklausel).  
   Auch auf nationaler Ebene umsetzbar durch Importbeschränkungen.  

2. **Explorations- und Erschließungsstopp**  
   Keine neuen Lizenzen, Felder oder Erweiterungen. Bestehende Aktivitäten nur, wenn sie im Förderpfad liegen.  

3. **MRV & Durchsetzung**  
   Vollständiges Register aller Fördermengen, satellitengestützte Plausibilisierung, unabhängige Audits. Automatische Korrekturmechanik und spürbare Sanktionen bei Überschreitung.  

4. **Pfad-Transparenz**  
   Jährlich veröffentlichter wissenschaftsbasierter Förderpfad (WFP) mit Restmengen, Zwischenzielen und Korridor – rechtlich verbindlich für Genehmigungen.  

*Alles Weitere (Subventionsabbau, Netze, Speicher, Effizienz, Elektrifizierung, Just Transition) folgt als **Umsetzungslogik** aus dem Förderlimit.*  

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## Klarstellungen zu häufigen Irrtümern

**„Energiesicherheit zuerst“**  
Kurzfristig durch Effizienz, Speicher, Netze, Flexibilität und Diversifikation erreichbar – ohne neue fossile Dauerinvestitionen. Langfristig ist echte Sicherheit nur mit Dekarbonisierung möglich.  

**„Entwicklung braucht Fossile“**  
Saubere Technologien sind heute oft schneller und günstiger – und vermeiden die hohen Folgekosten fossiler Pfade.  

**„Wir tragen nur x % bei“**  
Budgets werden **additiv** überschritten. Ein kleiner Anteil rechtfertigt keine Überschreitung – die letzte Tonne zählt genauso.  

**„Negativemissionen lösen das später“**  
Evtl. nützlich als Flankierung, aber unsicher, begrenzt und teuer – kein Ersatz für Förderlimits.  

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## Aufruf

Wir anerkennen: Die Grenze setzt die Physik. **Politik und Recht entscheiden, ob sie respektiert wird.** Deshalb stellen wir das Förderlimit ins Zentrum. Wer es umsetzt, schützt Leben, Freiheit, Wohlstand und die Würde der kommenden Generationen.

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